Pfarrer Albrecht Fitterer-Pfeiffer in den Ruhestand verabschiedet

- 29.06.2026 - 

Am Ende waren es über 400 Kugeln Eis, die nach dem Gottesdienst am Sonntag, 28. Juni, zur Verabschiedung von Pfarrer Albrecht Fitterer-Pfeiffer in den Ruhestand bei der Eis-Oma über die Theke gingen. Viele Kinder aus dem Kindergarten hatten nach ihrem Liedbeitrag „Ich schenke dir einen Regenbogen“ geduldig ausgeharrt und freuten sich über die süße Erfrischung. Doch auch vielen Erwachsenen war die Freude über etwas Kühles an diesem warmen Sommertag deutlich anzumerken. 

Mehr als 200 Gottesdienstbesucher verabschiedeten Pfarrer Albrecht Fitterer-Pfeiffer in den Ruhestand. 
Bevor die Eis-Oma für Abkühlung sorgte, fand jedoch ein festlicher Gottesdienst statt, in dem der langjährige Kirchfelder Pfarrer von seinen Diensten entpflichtet wurde. Dekan Dr. Martin Reppenhagen würdigte dabei noch einmal den beruflichen Lebensweg von Albrecht Fitterer-Pfeiffer. Besonders hob er dessen Engagement für Gerechtigkeit und Frieden hervor. „Ohne Sie hätte es weder das Haus der Reformation noch eine Stelle für die Diakonin hier in Kirchfeld gegeben“, sagte Dr. Martin Reppenhagen anerkennend.
Zuvor hatte Albrecht Fitterer-Pfeiffer in seiner Predigt selbstkritisch auf vier Jahrzehnte Pfarrdienst zurückgeblickt. „Sind wir mit unserem Versuch, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, mit Pauken und Trompeten gescheitert?“, fragte er zu Beginn und griff das Bibelwort aus dem Römerbrief auf: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!“ (Römer 12, 21) Vielleicht, so seine Einschätzung, sei man an manchen Stellen zu viele Kompromisse eingegangen. Dennoch dürften Christinnen und Christen sich nicht am Bösen festhalten, sondern müssten an der Hoffnung festhalten. „Macht die Welt ein bisschen bunter“, rief er den mehr als 200 Gottesdienstbesuchenden zu, „und nehmt ernst, was Paulus gesagt hat. Dann kann es uns gelingen, präsent zu bleiben – auch als Kirche.“
Wie bunt und vielfältig Kirche sein kann, zeigte sich nicht nur im Gottesdienst mit musikalischen Beiträgen von Posaunenchor, Kirchenchor und Gospelchor. Auch die Gäste spiegelten die verschiedenen Stationen seines Wirkens wider. Aus Papua-Neuguinea war eigens Hofagao angereist, die Albrecht Fitterer-Pfeiffer aus seiner Zeit dort kennt. Beim anschließenden Empfang und den zahlreichen Grußworten wurde es dem Ruheständler beinahe selbst etwas zu viel. „Ich wusste gar nicht, wie toll ich bin“, scherzte er und bedankte sich – ganz unkonventionell – mit einem schlichten „Danke“ bei allen, die sich auf den Weg gemacht hatten, um diesen besonderen Tag mit ihm zu feiern. Unter den Gratulanten waren Vertreterinnen und Vertreter des Ortschaftsrats, Lehrkräfte der Waldschule, an der er schlicht „Fitti“ genannt wurde, Mitglieder der deutsch-islamischen Gesellschaft, des Bürgervereins Neureut-Kirchfeld sowie zahlreiche Gemeindeglieder und Wegbegleiter aus den verschiedenen Stationen seines Wirkens.
Auch an Geschenken mangelte es nicht: Die Kolleginnen und Kollegen überreichten ein T-Shirt mit verschiedenen Eigenschaften, der Kirchengemeinderat und Gemeindeglieder schenkten ihm eine Bank, und die Jugend überraschte ihn mit einem eigens umgedichteten Lied. Und wer nach den vielen Reden und der schwülen Sommerluft eine kleine Abkühlung suchte, fand sie schließlich draußen: bei der Eis-Oma. Pascal Würfel