Über 80 Sängerinnen und Sänger begeistern beim Bezirkschorkonzert
- 15.10.2026 -
Gerade als der Chor vom Frieden sang, zeigte sich noch einmal die Abendsonne durch die Kirchenfenster und tauchte die Neureuter Nordkirche in ein warmes, spätsommerliches Licht. Ein besonderer Moment an einem Konzertabend, an dem die Heiligkeit Gottes immer wieder mit der Sehnsucht nach Heil und Frieden in dieser Welt in Berührung kam.
Über 80 Sängerinnen und Sänger präsentierten beim Bezirkschorkonzert in der Neureuter Nordkirche ein eindrucksvolles Repertoire. Bild: Philip Dehm
Über 80 Sängerinnen und Sänger aus dem gesamten Evangelischen Kirchenbezirk Karlsruhe-Land hatten unter der Leitung von Bezirkskantorin Anke Nickisch in zehn Proben ein anspruchsvolles Programm einstudiert. Unter dem Titel „SANCTUS“ begeisterten sie nun die Besucher in der voll besetzten Nordkirche mit ihrem Können und ihrer beeindruckenden Klangfülle. Dabei spannte sich der musikalische Bogen über mehrere Jahrhunderte und ganz unterschiedliche Stilrichtungen: von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart über Franz Schubert bis zu zeitgenössischen Kompositionen von Ola Gjeilo und Martin Völlinger. Mal kraftvoll und festlich, mal leise und berührend erklang das „Heilig, heilig, heilig“ in immer neuen musikalischen Farben. Für besondere Akzente sorgten ein eindrucksvolles Duett von Violine und Cello sowie die musikalischen Beiträge des Ensembles unter der Leitung von Johannes Link. Auch die Konzertgäste wurden immer wieder zum gemeinsamen Singen eingeladen. Zwischen den Musikstücken ging Pfarrer Pascal Würfel in zwei Poetry-Texten der Frage nach, was Menschen eigentlich heilig ist und welche Konsequenzen es hat, wenn Christinnen und Christen Gott als heilig bezeichnen. Wo Menschen sich selbst, ihre Überzeugungen oder ihre Macht für unantastbar erklären, gerät die Würde anderer schnell unter die Räder. Gottes Heiligkeit erinnert dagegen daran, dass jeder Mensch eine unverfügbare Würde besitzt. „Da bekommt das Sanctus Füße“, brachte Pascal Würfel diesen Gedanken auf den Punkt. So mündete die Frage nach der Heiligkeit schließlich in die Sehnsucht nach Frieden, den der Chor in seinem letzten Stück besang: „Dona nobis pacem – Gib uns Frieden.“ „Es war ein Gesamtkunstwerk“, fasste eine Besucherin ihre Eindrücke am Ende zusammen. Auch Schuldekan Stephan C. Thomas würdigte in seinem Grußwort die Arbeit des Chores: „Da habe ich richtig Lust bekommen, mitzusingen.“ Möglichkeiten hierzu gibt es nicht nur für ihn, denn auch im kommenden Jahr wird es wieder ein Bezirkschorprojekt geben. Die Gäste des diesjährigen Konzerts dankten den Mitwirkenden mit begeistertem Applaus und würdigten die Arbeit des Chores und des Musikensembles auch durch ihre großzügigen Spenden. So kamen an diesem Konzertabend über 1.000 Euro für die kirchenmusikalische Arbeit im Evangelischen Kirchenbezirk Karlsruhe-Land zusammen. Pascal Würfel